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Wir sind das Volk von RuhrStadt!

von Peter Krämer am 25.01.2010

Thordis Lepak von Kostka, Kulturschaffende, Moderatorin und Dozentin aus RuhrStadt Essen schrieb heute in der Gruppe RuhrStadt bei XING:

„Ich war am 09.01.2010 Augenzeugin der Spektalitäten. Welch bizarres Bild bot sich da: Schnee so weit das Auge reicht, durch selbigen stapfende Füße mit Beinen, einem rechteckigen Stück Papier als Bauch und Hände daran. Ach, das waren ja Menschen, die vergeblich nach einer Beschilderung suchten. Aber macht nichts, so kommt man wenigstens ins Gespräch und einen Zollvereinplan geschenkt. Und ständig die netten Fragen: Wissen Sie, wo wir gerade stehen? Ja, irgendwo zwischen Schacht 12 und Kohlenwäscherei, komisch, diese Abzweigung finde ich gar nicht auf dem Plan... Egal, da hinten ist eine große Ansammlung, da könnte was sein. Großes HALT von wichtigen Volonteers: Haben Sie eine Einladungskarte, sind sie geladen? Ja, gleich bin ich geladen, aber eine Karte habe ich nicht. Kann ich jetzt bitte durch. NEIN! Sie haben ja keine Karte. Ach so, man feierte allein. Ich dachte, das Volk hat freien Eintritt. Ok, nicht überall, warum auch. Wir sind ja nur das Volk. Egal, heute wird gefeiert, schon wegen dem kanadischen Freund, der eigens an diesem Tage aus Kanada angereist war. Und wo konnte man besser feiern, als im Salzlager? Hier war es wenigstens musikalisch Multikulti und so wurde hier lange mit fröhlichen Menschen schwungvoll gefeiert. Gut, die Abreise war dann etwas problematisch, weil nach dem Feuerwerk auch noch andere Menschen auf die Idee kamen, in der Innenstadt weiter feiern zu wollen. Da halfen dann auch keine zusätzlich eingesetzten Busse und Bahnen...“

Da ist in meinen Augen das Generalproblem der Organisation des Kulturhauptstadtjahrs: Von der Elite für die Elite, und die Verantwortlichen in der Organisation sind oft orts- und regionsfremd. Wo soll dann die Sensibilität für uns, das Volk herkommen?

Ich erzähle mal ein Beispiel  zum Thema:

Eine Abteilung einer Berliner Universität entwickelte ein Ruhrgebiets-Spiel. Die Studenten reisten in einer Gruppe in unsere Region und machten sich schlau. Herausgekommen ist ein Strategiespiel, wo man zunächst Bürgermeister und der Gewinner Oberbürgermeister der RuhrStadt wird. Es wird geneidet, intrigiert (und auch bestochen). Kirchturmdenken und persönliches Machtdenken bestimmt das Handeln, ganz wie in RuhrStadt viel zu oft und immer noch.

Das RuhrStadt-Spiel ist klasse und wir hoffen, dass wir, RuhrStadt-Netzwerk,  das Brettspiel nach Ostern auf den Markt bringen werden.

Die Marketingdamen von der Organisation der Kulturhauptstadt haben das Spiel abgelehnt,  weil Kirchturmdenken im Ruhrgebiet einfach nicht stattfindet, da seien sie ganz sicher.

Die Marketingdamen waren, so wird mir berichtet, allesamt aus anderen Bundesländern „importiert“, auf Zeit.

RuhrStadt-Netzwerk wird dem Volk eine Stimme geben. Wir brauchen viele Stimmen, aktuell noch in den Sozialen Netzwerken mit RuhrStadt-Gruppe, demnächst auch auf dieser Seite.

LG Peter Krämer

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